Von Geburtstagen und Freudensprüngen

Am Freitag war mein Geburtstag. Da ich nun sozusagen bis am Sonntag warten musste, bis die Franzosen von ihrem Roadtrip in den Süden zurück waren, wollte ich natürlich noch etwas erleben und nicht nur rumsitzen. Und so schenkte ich mir einen niedlichen 40-Meter-Bungee-Sprung von einer Brücke, die über den Dique Cabra Corral führt, einen riesigen künstlichen See.

Cabra Corral

Gemäss den Organisatoren gab es von Salta aus pro Tag drei direkte Busse zur Brücke (Fahrdauer wahrscheinlich so zwei Stunden) – ich entschied mich für den um 9 Uhr. Nach ein paar Schwierigkeiten die Bushaltestelle zu finden, stellte ich mich pünktlich in die Schlange. Gemäss meiner bisherigen Erfahrungen wartet man in Argentinien zwar stundenlange aufs Essen, die Busse sind aber immer pünktlich. Nun, ich wartete bis 9.30 Uhr und entschied mich dann, dass ein guter Kaffee und etwas Wärme (es windete sehr unangenehm bei etwa 12° C) jetzt eigentlich ganz nett wären und später ja auch noch ein Bus fahren würde. So setzte ich mich für zwei Stunden in ein Café und ging dann – statt zurück zur Bushaltestelle – direkt ins Hostel. Samstag war ja auch noch ein Tag zum Bungee Jumpen.

Am Abend traf ich im Hostel auf Peter, ein Australier, der Südamerika mit dem Auto durchquerte und sich am Sonntag wahrscheinlich unserem Roadtrip anschliessen würde, und verabredete mich zum Essen – dabei gabelten wir noch Willem aus Belgien auf, der zwar sehr unentschlossen war, sich uns dann aber doch anschloss. Beim Pre-Dinner-Bier (um 20 Uhr ist noch keine Küche geöffnet…) diskutierten wir über unser Alter und die verschiedenen Reisetypen. Wobei natürlich auf meinen Geburtstag angestossen wurde und das Staunen gross war, denn Peters Geburtstag war am Samstag… Beim Abendessen im Restaurant La Cuisine, liessen wir dann unseren Kellner (der sogar Deutsch sprach) ganz nebenbei (oder eher sehr direkt) wissen, dass wir zwei Geburtstage feierten. Der Kuchen ging aufs Haus. YAY!

Beim Abendessen überzeugte ich die beiden, am Samstag mit mir Bungee Jumpen zu gehen. Peter wollte zwar nicht springen (das hatte er schon einmal gemacht), wollte uns aber hinfahren – schliesslich hatte er sonst nichts zu tun… Ich fragte mich einmal mehr, wie man so viel Glück haben kann? Nachdem ich mich am Freitag genervt hatte, dass ich eigentlich nichts auf die Reihe gekriegt hatte, hat es sich wie von selbst viel besser ergeben. Nicht auf einen Bus, der nie kommt, angewiesen zu sein, und auch nicht alleine zu springen. Herrlich!

Auf der Fahrt nach Cabra Corral fragte mich Peter dauernd, ob ich denn schon nervös sei. Doch die Nervosität stellte sich tatsächlich erst sehr spät ein. Nämlich dann, als ich auf der Schwelle stand und das superschwere Bungee-Seil an meinen Knöcheln zog. Auch wenn es absolut nicht hoch war (wir zweifeln an den angegebenen 40 Metern), wehrte sich mein Körper dagegen, sich einfach so in den Abgrund zu stürzen. Um nicht irgendwie verkrümelt zu fliegen, versuchte ich mich zu strecken, doch alles in meinem Körper wollte diesen zu einem kleinen Häufchen Elend zusammenkrümmen. Nachdem ich den Instruktor mit meinem Paniktalk genug genervt hatte, liess ich mich endlich fallen, wusch die Haare im See und dann wars auch schon vorbei. War ganz geil. Und ich war froh, hatte ich einen kleinen Sprung gemacht. So bin ich bei den 220 Metern vom Valle Verzasca k,,,,,,,,,,,,,,mj (tschuldigung, das war die Katze) darauf vorbereitet, dass mein Körper sich vielleicht dagegen wehrt, sich in den Abgrund zu stürzen.

Besser wäre es, nicht runter zu schauen 🤷🏻‍♀️
Sehr schlechte Qualität, aber ich glaube, der panische Ausdruck ist sichtbar.

Da meine kreative Energie momentan von erfrorenen Fingern blockiert ist (ich sitze in Tilcara im Hostel und, obwohl es gute 24° C sein sollte, windet es so stark, dass eine Jacke nicht reicht), lasse ich diesen kurzen Blog hier so stehen, freue mich darüber, ein graues, haariges Wärmekissen zu haben und erzähle euch später von dem Roadtrip.

Kurz vor der Tat

4 Kommentare zu “Von Geburtstagen und Freudensprüngen

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