Liebeslied an Mutter Natur

Ich bin überwältigt. Permanent. Nach zwei wunderschön ruhigen und entspannenden Tagen am Hostelpool, machte ich mich heute auf, um nach Córdoba zu fliegen. Nur dank Ana hatte ich ja überhaupt in Erwägung gezogen, zu fliegen. Ich hatte mir sogar noch überlegt, ob der Bus nicht vielleicht doch besser gewesen wäre, weil ich mir die schöne Landschaft anschauen könnte… Doch am Flughafen angekommen, vergass ich diesen Gedanken wieder. Die Sonne reiste bereits langsam dem Horizont entgegen, die Stimmung war einmal mehr unglaublich. Sanft. Friedlich.

Ich hatte für den knapp zweistündigen Flug vorgängig keinen spezifischen Sitzplatz ausgewählt, um Kosten zu sparen, und dachte, wenn es das Leben so gut mit mir meint wie bisher, dann werde ich beim Check-in gratis einen Fensterplatz kriegen. Und siehe da: Fensterplatz, links, hinter dem Flügel. Hätte ich einen Platz auswählen müssen, wäre es ziemlich sicher genau der gewesen. Ich hatte sogar zwei Fenster, nicht nur eins. Wie dekadent!

Noch am Boden hörte ich eine Version von «Remember me» (aus dem Animationsfilm «Coco») und durch die Regentropfen am Fenster sah ich die Sonne langsam hinter den Bäumen verschwinden. Ich fühlte mich wie in einem kitschig-traurigen Film.

Als wir starteten, erstreckte sich unter mir der Dschungel und sogar den Iguazú-Fluss konnte ich sehen. Doch was mich viel mehr in den Bann zog, waren die Wolkenfelder. Verschiedenste Wolken in unterschiedlichen Sättigungen («50 Shades of Grey» vielleicht) und unterschiedlichen Formen zogen in allen möglichen Geschwindigkeiten an uns vorbei (oder wir an ihnen?). Egal, ob ich in die Ferne oder in die Tiefe schaute, es sah aus wie 2D-Kartonbühnenbilder mit Tiefenwirkung. Wie Fenster in verschiedene Welten… Magisch!

Der Sonnenuntergang spielte sich zwar auf der anderen Seite des Flugzeugs ab, dafür hatte ich die bunten Wolken … und die Blitze. DIE BLITZE! Nach all der natürlichen Kraft, die wir schon bei den Cataratas erlebt hatten, setzte Mutter Natur hier noch einen drauf und liess mich vom Logenplatz aus erleben, wie sie ihre angestaute Energie freisetzt. So viel Kraft! So viel natürliche Schönheit! Meine Emotionen fuhren Achterbahn.

Unterdessen war meine Playlist bei John Legends «All of me» angekommen. Und irgendwie fand ich im Refrain das perfekte Liebeslied an die Natur wieder…

’Cause all of me loves all of you

Love your curves and all your edges

All your perfect imperfections

Give your all to me

I’ll give my all to you

You’re my end and my beginning

Even when I lose I’m winning

Bin ich Nahe am Wasser gebaut? Nein. Ich bin ein Hausboot.

2 Kommentare zu “Liebeslied an Mutter Natur

  1. Was ben denn ich wenni bem läse träne id Auge bechome?

    Wunderbar! Danke!

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